„3 Buchstaben sind zu wenig“, sagte der MUT und begab sich auf Suche nach Erweiterung seines Selbsts.
Mit einem LANG davor hatte er auch schon die nötige Ausdauer für sein Vorhaben und seine Lettern im Nu mehr als verdoppelt.
Noch imposanter wirkte er mit einem vorangestellten SCHWER, fühlte sich aber bald ziemlich bedrückt.
Also fischte er sich gekonnt ein WAGE für den Anfang und trotzte allen Hindernissen, die sich ihm in den Weg stellten.
Weil er jedoch große Stücke auf sein Äußeres hielt, tauschte er es dann doch lieber gegen das zwar kurze, aber sehr gefällige AN.
Das MISS am Wegesrand – vielleicht von einer GUNST oder einem ERFOLG entsorgt – wollte er gleich gar nicht ausprobieren.
Dann schon lieber das ÜBER, das ihm eine gewisse Leichtigkeit mit einer Prise Selbstüberschätzung verlieh.

„Was bin ich für ein wandlungsfähiger Begriff“, klopfte sich der MUT daher etwas überheblich auf die Schulter. „Das soll mir erst mal einer mit drei Buchstaben nachmachen!“

„Komm wieder runter“, rief der TAG, „und schau, was ich anzubieten hab: ein ALL, ein WOCHEN …“
„Du wirst jetzt aber nicht jeden MON, DIEN usw. raushängen lassen!“, empörte sich der MUT mit einem unsichtbaren KLEIN vor seinem Namen.
„Wo denkst du hin! Ich punkte mit FEIER, STICH, LOS, SOMMER, JAHRES, HOCHZEITS, GEBURTS, SCHICKSALS und …“
„Schon gut, schon gut! Ich verneige mich vor dir – du hast sichtlich wesentlich mehr anzubieten“, lachte der MUT und schüttelte das KLEIN ab. „Aber das lässt mich nicht verzagen: Schließlich bin ich der MUT!“