Jahr für Jahr stehen hunderte motivierte Schulabgänger, desillusionierte Schulabbrecher und hoffnungsvolle Jungakademiker vor der schwierigen Entscheidung der Berufswahl.
Wer sich nicht allein zurechtfindet, nimmt gern die professionelle Hilfe eines Wegweisers in Anspruch. Dieser erkennt mit fachlichem Blick, ob der Aspirant tatsächlich Interesse und Begabung für ein spezielles Aufgabengebiet mitbringt oder ob es sich um Hohlkehlen, Sonnenblenden oder vollkommene Nieten handelt.
Personen mit ausgeprägt sozialen Kompetenzen lassen sich zu Zehenspreizern, Bierwärmern, Tortenhebern oder Sockenhaltern ausbilden. Medizinische Fachkenntnisse benötigt der Fiebermesser sowie der Pillendreher, im Bereich der Zahnmedizin der Bohrer.
Im Gastgewerbe werden Servierwagen, Spaghettiträger, Tischläufer, Dosenöffner, Mixer oder Weinheber gesucht.
Auch das Dienstleistungsgewerbe benötigt Nachwuchs: Handtuchhalter, Staubsauger, Rasentrimmer, Wecker und Seifenspender haben hervorragende Aussichten auf einen Arbeitsplatz.
Wer gern im Freien arbeitet, heuert als Windfang, Eiskratzer, Schneemann oder Frühlingsbote an. Etwas rustikaler verdient sich der Hirschfänger seinen Lebensunterhalt.
Die Sesshaften verschlägt es ins Büro. Abwechslungsreiche Aufgaben erwarten den Terminplaner, im Akkord werkt der Schnellhefter. Die Büroklammer hingegen sollte über ein hohes Maß an Zusammenhalt verfügen. Im Idealfall kann man sich vom einfachen Zettelhalter bis zur unverzichtbaren Buchstütze hocharbeiten.
Ähnlich gute Aussichten herrschen – trotz Nachwirkungen der Finanzkrise – im Bankwesen, wo angehende Sparschäler, Taschenrechner, Stromzähler, Scheinwerfer und CD-Wechsler eigens geschult werden. Mit Einsatz und Wissbegierde steht einer Karriere als Stehleiter nichts im Weg. Spitzenkräfte landen sogar in der Telefonleitung.
Handwerk hat nach wie vor goldenen Boden! Burschen entscheiden sich traditionell für eine Schublehre als Wagenheber oder Tachometer während die Altersgenossinnen nach wie vor Lockenwickler und Hosenträger als Traumberufe anstreben.
Weniger begehrt, weil mit zeitigem Aufstehen, schwerer körperlicher Arbeit oder klimatisch anstrengenden Bedingungen verbunden, ist die Ausbildung zum Teigroller, Korkenzieher oder Temperaturregler.
Abgänger der Pädagogischen Fachrichtungen verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Oberlichte, Stundenzeiger, Füllfederhalter oder Lautsprecher.
Vielversprechende Arbeitsfelder für Unternehmungslustige sind Routenplaner, Traumfänger, Luftbefeuchter und Kurvengeist; Muskeleinsatz benötigen alle Kraftlocher und Fensterheber. Sehr gut bezahlt sind gefährliche Einsätze als Rasensprenger, Wellenbrecher oder Durstlöscher.
Leider sind manche alteingesessenen Tagewerke vom Aussterben bedroht. Dazu zählen Stiefelknecht, Kutschbock, Einfädler und Wäschespinne.
Wie erfüllend ist es, seine Passion zum Beruf machen zu können. Im sportlichen Sektor verwirklichen dies Tennisschläger, Schraubendreher, Tixoroller, Springmesser, Haubentaucher oder Laufmeter. Ihre kreativen Kolleginnen und Kollegen versuchen sich als Flugschreiber, Dichtungsring, Tonleiter, Drehteller, Hochtöner, Heulboje, Plattenspieler oder Lachsack. Auch, wer bei Film oder Fernsehen eine Schaumrolle erhält, kann richtig gut Geld verdienen. Allerdings klettert nicht jeder die Trittleiter bis zur Zehenspitze hinauf: Echte Kronleuchter sind selten zu finden.
Deshalb tummeln sich weniger Begabte als Partyspießchen, Nachtfalter, Türschnalle oder BH-Träger bzw. Gameboy auf dem Societyparkett. Türstopper und Dosenöffner fallen in der Szene schon mal durch hohe Gewaltbereitschaft auf.
Auf der schiefen Bahn sind Energieräuber, Schuhspanner oder Spielkonsolen gelandet. Diese führt nicht selten hinter Kuchengitter.
Daher: Augen auf bei der Berufswahl!